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Kafka, Franz (1883-1924)

Description:  Franz wurde als ältestes Kind des Kaufmanns Herman Kafka und seiner Ehefrau Julie am Rand des Ghettos von Prag, als ältestes von 6 Kindern geboren.
Author:Christian Seitz
deutsch
  
ISBN: 3423050012   ISBN: 3423050012   ISBN: 3423050012   ISBN: 3423050012 
 
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Franz Kafka

I. Franz Kafka (* 3.7.1883 in Prag; + 3.6.1924 Kierling)


Franz wurde als ältestes Kind des Kaufmanns Herman Kafka und seiner Ehefrau Julie am Rand des Ghettos von Prag, als ältestes von 6 Kindern geboren.
Sein Selbstwertgefühl war ständig gefährdet, er empfand unklare Schuldgefühle, seine Beziehung zu Menschen und Dingen war gestört. Zeit seines Lebens befürchtete er, aus der Gemeinschaft der Menschen ausgeschlossen zu sein. Andererseits flüchtete er in die Isolation, um dem übergroßen Druck der Wirklichkeit auszuweichen. Es war Kafkas Ziel “im Grenzland zwischen Einsamkeit und Gemeinschaft” zu leben.
In seien Jugendjahren zeigte sich sein mangelndes Selbstvertrauen vor allem in der Schule. Von 1889 bis 1893 besuchte er die “Deutsche Knabenschule am Fleischmarkt” und von 1893 bis 1901 das humanistische “Staatsgymnasium mit deutscher Unterrichtssprache in Pragaltstadt”. Seine übermäßige Selbstkritik äußerte sich in Furcht, den schulischen Anforderungen nicht gerecht zu werden, dabei war er “Vorzugsschüler”. Er empfand die Schule als Bereich der väterlichen Welt, als fremd und sinnlos.
Auffällig waren Kafkas extreme Lärmempfindlichkeit, seine Neigung zu Hypochondrie (übersteigertes Beschäftigen mit der eigenen Gesundheit), seine Mäusephobie und seine Angst vor Regen. Seine Unsicherheit den Dingen gegenüber zeigte sich in seinem Geiz. Seine Freundin Milena schrieb einst: “Seine Beengtheit dem Geld gegenüber ist fast die gleiche wie der Frau gegenüber”.
Zu seinen Charakterzügen gehörte die “Lust, Schmerzliches möglichst zu verstärken”. Er sah darin die einzige Möglichkeit, nach Art der alten Medizin Schmerz durch Schmerz auszubrennen. Geradezu masoschistisch mutet Kafkas Vorliebe für die Schilderung von Szenen, in denen der menschliche Körper mit allen Arten von scharfen Werkzeugen gequält, durchstochen und durchbohrt wird. Die Strafphantasien haben wohl im Selbsthaß des Autors ihren Ursprung. Diese Aversion richtete sich auch auf seine eigene körperliche Erscheinung. Er schämte sich seines Aussehens. Wie die Porträts zeigen, war er Ruderer, Tennisspieler und Motorradfahrer, der fast bis ans Ende seiner Lebensjahre ungewöhnlich jugendlich wirkte.
Im Semester 1901/1902 studierte Kafka an der deutschen “Ferdinand-Karls-Universität” in Prag zuerst Chemie, dann Germanistik. Zuletzt entschloß er sich zur Rechtswissenschaft. 1907, nach Abschluß seines Studiums, hatte er als Versicherungsangestellter zuerst in der Assicurazioni Generali – die er wegen der langen Arbeitszeit von 8 bis 18.30 Uhr und der minimalen Bezahlung von 80 Kronen am 15.7.1908 verließ mit der Hilfe eines ärztlichen Attests, das ihm “Nervosität verbunden mit einer großen Erregbarkeit des Herzens” bescheinigte – und ein Jahr später in der Arbeiter-Unfall-Versicherungs-Anstalt zu arbeiten begonnen.
Seine berufliche Tüchtigkeit und sein großer Fleiß wurden von seinen Vorgesetzten anerkannt. Aufgrund seines Formulierungstalents wurde er dort mit der Abfassung größerer Schriftsätze vertraut. Im April 1910 wurde er zum Anstaltskonzipisten ernannt und schaffte es bis 1922 sogar bis zum Obersekretär. Aus gesundheitlichen Gründen wurde er am 1.7.1922 in den Ruhestand versetzt. Kafka fiel die Arbeit im Büro leicht, er fühlte sich keineswegs einer seelenlosen, bürokratischen Maschine ausgeliefert. Allerdings verstärkte sich seit dem Jahr 1912 die Spannung zwischen seinem Brotberuf und seiner literarischen Berufung. Schon während der Studienzeit entstand die Erzählung “Beschreibung eines Kampfes”; 1908 erschien als erste Veröffentlichung “Betrachtung”.
Die Freundschaft mit dem Schriftsteller Max Brod, der später durch seine Biographie Kafka zu seinem Weltruhm verhalf, brachte Kafka in Berührung mit Prager Literaten und Kritikern im Prager Kreis. Der Prager Kreis war ein loser Zusammenschluß von Prager Literaten, die sich persönlich nahestanden und ähnliche Ziele vertraten. Sie besuchten sich gegenseitig in ihren Wohnungen, trugen einander ihre neuesten Arbeiten vor, übten freundschaftliche Kritik und halfen sich gegenseitig bei der Suche nach Publikationsmöglichkeiten.

Nur ausnahmsweise traf man sich im Café Arco. Durch Brod lernte er auch Felice Bauer kennen, später befreundete er sich mit Milena Jesenská, Julie Wohryzek und Dora Diamant.
Nach verschiedenen fehlgeschlagenen Heiratsversuchen steigerte sich Kafkas Schlaflosigkeit, seine Verzweiflung und seine Depression. Anfang 1917 kündigte eine Blutsturz den Beginn einer schweren Erkrankung an, die Kafka als Strafe für die Auflösung seiner ersten Verlobung mit Felice, aber auch als Befreiung von den Gemeinschaftsverpflichtungen empfand.
Im April 1924 wurde bei Kafka Kehlkopftuberkulose diagnostiziert. Man brachte den Patienten zuerst ins Sanatorium “Wiener Wald” in Ortmann bei Wien und dann ins Sanatorium Kierling bei Klosterburg. Seine Schluckbeschwerden bei der Nahrungsaufnahme wurden immer stärker, er mußte langsam verhungern. Am 3. Juni, als er nur noch mit Mühe atmen konnte, bat er um Morphium mit den Worten: “Töten Sie mich, sonst sind Sie ein Mörder.” Nach mehreren Injektionen starb Kafka gegen Mittag. Am 11. Juni wurde der Dichter auf dem jüdischen Friedhof in Prag-Straschnitz beigesetzt.
  
Bürgerliches Gesetzbuch BGB: mit Allgemeinem Gleichbehandlungsgesetz, BeurkundungsG, BGB-Informationspflichten-Verordnung, Einführungsgesetz, ... Rechtsstand: 1. August 2012
Siehe auch:
Handelsgesetzbuch HGB: ohne Seehandelsrecht, mit …
Strafgesetzbuch StGB: mit Einführungsgesetz, …
Grundgesetz GG: Menschenrechtskonvention, …
Arbeitsgesetze
Basistexte Öffentliches Recht: Rechtsstand: 1. …
Aktiengesetz · GmbH-Gesetz: mit …
 
   
 
     
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